Die Sehnsucht nach Schlaf und die Sorge, etwas falsch zu machen.
Welche Mutter kennt sie nicht, die Angst vor dem "Verwöhnen"? „Wird er jemals alleine einschlafen können, wenn ich jetzt immer dabei bin? Gewöhne ich ihm etwas an, was ich nie wieder loswerde?“ Besonders beim Thema Einschlafbegleitung sind diese Bedenken weit verbreitet.
Lass mich dir eine andere Perspektive eröffnen: Es ist unmöglich, ein Baby mit Nähe zu verwöhnen. Nähe ist ein biologisches Grundbedürfnis, so essenziell wie Nahrung und Luft.
Was passiert bei der Einschlafbegleitung?
Wenn du dein Kind in den Schlaf begleitest – sei es durch Stillen, Kuscheln, Tragen oder einfach nur durch deine Anwesenheit – tust du weit mehr, als es nur müde zu machen. Du bietest ihm Co-Regulation.
Ein Baby kommt mit einem unreifen Nervensystem auf die Welt. Es kann Stress (und Müdigkeit ist ein Stressor!) nicht alleine abbauen. Es braucht dein ausgereiftes Nervensystem, um sein eigenes herunterzufahren. Deine ruhige Stimme, dein Herzschlag, dein Geruch – all das signalisiert dem Gehirn deines Kindes: „Achtung, Gefahr vorbei. Wir können entspannen.“
Sicherheit ist die Basis für Selbstständigkeit
Echtes Selbstvertrauen und die Fähigkeit, eines Tages alleine einzuschlafen, wachsen auf dem Fundament von Sicherheit und Vertrauen. Wenn ein Kind erfährt, dass seine Bedürfnisse nach Nähe und Geborgenheit verlässlich gestillt werden, baut es ein tiefes Urvertrauen auf.
Es lernt: „Ich bin sicher. Auch in der Dunkelheit der Nacht. Meine Bezugsperson ist für mich da.“ Aus diesem Gefühl der Sicherheit heraus traut es sich später, Schritte in die Selbstständigkeit zu machen.
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